Afghanistans Nomaden führen ein traditions- wie entbehrungsreiches Leben. Einst waren sie es, die den Warenhandel entlang der Seidenstraße betrieben und für den Austausch von Nachrichten aber auch neuem Wissen über die Grenzen hinweg sorgten. Diese Funktion ging mit der Entdeckung des Seeweges verloren. Doch ihre Geschichte ist noch heute in ihren Gesten, Worten und Umgangsformen lebendig.

Wasser ist knapp in Afghanistan. In den großen Städten wie Kabul, Herat, Kandahar, Mazar-i-Sharif oder Kunduz haben lediglich 12 Prozent der Einwohner Zugang zu sauberem Wasser. Vielerorts werden in Trinkwasserproben Colibakterien nachgewiesen, die Cholera hervorrufen. Abfälle aller Art verseuchen das Grundwasser, denn die Müllhalden liegen oft dicht bei den Städten oder in der Nähe von Brunnen. In machen Gegenden ist das kostbare Naß so knapp, dass die Menschen sich die Tränke mit den Tieren teilen müssen.

Von der Hand in den Mund. Von der Kriegsökonomie profitieren nur wenige. Wer nicht für die Milizien eines Warlords arbeitet, auf den Feldern Mohn anpflanzt oder sich bei einer Hilfsorganisation als Dolmetscher verdingt, der muss monaltlich mit knapp 50 Euro auskommen. Die Familien sind deshalb auf jeden angewiesen, der etwas zur Erhöhung des Gesamteinkommens beitragen kann

Zeugen des Krieges. Der Aufschwung ist in Kabul angekommen. Immerhin versehen in der Millionenmetropole und ihren Randgebieten rund 1500 Hilfsorganisationen ihren Dienst. Doch in den ländlichen Gebieten warten die Menschen noch immer vergebens auf die Hilfe der Ausländer.

Frauenrechte. Frauen haben in der afghanischen Männergesellschaft auch nach dem Sturz des Talibanregimes einen schweren Stand. Doch ist die Rolle der Frau und die Möglichkeiten ihrer Partizipation ist von Ethnie zu Ethnie verschieden. Dennoch kann dies nicht über die verzweifelten Selbstmorde hinwegsehen lassen, die viele Afghaninnen als einzigen Ausweg sehen.

Hinter den Kulissen. Wie aus tausend und einer Nacht breitet sich Afghanistans Landmasse vor dem Besucher aus. Doch hinter den Mauern ihrer Häuser wird für die Afghanen jeder neue Tag zur Bewährungsprobe. Oft müssen sie stunden- oder gar tagelange Märsche auf sich nehmen, bis sie einen Arzt finden, der ihre Krankheiten oder Verletzungen versorgt. Insbesondere Geburten bergen daher ein hohes Risiko für die schwangeren Frauen. Häufig liegt auch die nächste Schule zwei bis drei Stunden entfernt. Märsche, die viele Eltern ihre Kinder - wegen der angespannten Sicherheitslage - nicht mehr zurücklegen lassen. Angaben der UNICEF zufolge gehen rund zwei Millionen Kinder nicht mehr zur Schule, weil ihre Angehörigen befürchten, dass ihnen auf dem Weg dorthin etwas zustoßen könnte.

Allgegenwärtig. Die Gefahr von Minen und anderen Sprengkörpern ist in Afghanistan allgegenwärtig. Noch immer entzweit das Erbe des Krieges die Stämme und verhindert das Zusammenwachsen der einzelnen Bevölkerungsgruppen, die alle ihre eigenen Traditionen, Bräuche, Sitten und Regionalsprachen ebenso wie ihre spezifischen Stammesstrukturen pflegen und leben.

Die Not in Afghanistans Rückkehrerlagern ist groß. Eine Chance auf wirtschaftliche Integration haben die einstigen Flüchtlinge kaum.

Zum Wiederaufbau in Afghanistan gehört auch die Ausbildung des afghanischen Militärs, die von den deutschen Streitkräften nachhaltig unterstützt wird.

Schneiderei in Afghanistan ist Handarbeit. Ob Anzüge, Hemden oder andere Kleidungsstücke, alles nimmt hier Stich für Stich Maß wie Gestalt an.

Obwohl viele Ehemänner ihre Frauen versuchen davon zu überzeugen die Burqa abzulegen, weigern sich die meisten das zu tun. Die Sicherheitslage in den Straßen der Hauptstadt Kabul und auch in den Provinzen empfinden die Afghaninnen als zu desolat.

Ein entbehrungsreiches Leben in der afghanischen Hochebene. Das gesamte Jahr über verbringen die Nomaden in ihren Zelten, stets in Bewegung.

Kinder mit schmutzigen Gesichtern tollen durch die engen Gassen beschaulicher Lehmdörfer die mit ihrer Umgebung verschmelzen. Das Afghanistan vor dem Krieg kennen sie nur aus den Erzählungen ihrer Eltern und Großeltern. Für Träume bietet die karge Welt in der sie aufwachsen keinen Raum.

Über die Rechte am eigenen Bild sich auch die Menschen in der afghanischen Provinz Kunduz informiert. Einen Abzug würde jeder von ihnen nur allzugerne haben. - Für den alten Mann ist es das erste Mal in seinem Leben, dass er abgelichtet worden ist.

Fernab der medialen Berichterstattung präsentiert sich Afghanistan als ein Land faszinierender wie ebenso  atemberaubender Landstriche.

Nach dem Sturz der Taliban ist die Atmosphäre in Afghanistan merklich entspannter. Mit einem Vogel, den die Kinder gefangen haben, machen sie sich von der Feldarbeit auf den Weg nach Hause.