
Sondereinsatz. Sie gelten als Elite-Einheit der Polizei: Die Beamten des Sondereinsatzkommandos - kurz SEK. Die sechs Monate dauernde Ausbildung zählt zu den härtesten im Polizeidienst. Von zehn Kandidaten schaffen gerade einmal zwei den Sprung ins Einsatzteam. Entführungen, Geiselnahmen oder der Begleitschutz bei Staatsbesuchen zählen zum Aufgabengebiet der SEK-Beamten.

Baukonjunktur. Trotz europäischer Schuldenkrise und anhaltender Verunsicherung der Finanzmärkte hat sich die deutsche Baukonjunktur günstiger entwickelt als noch im Frühjahr erwartet. Der Hauptverband der deutschen Bauindustrie hat daher seine Umsatzprognosen auf nominal plus sieben Prozent (real plus fünf Prozent) angehoben. Eine sinkende Arbeitslosenquote, verbesserte Einkommenserwartungen der privaten Haushalte, ein relativ günstiges Zinsniveau, aber auch das wieder erwachte Interesse der Anleger an privatem Wohneigentum ha dem Verband zufolge insbesondere für Schwung im Wohnungsneubau gesorgt.

Motorradunfälle. Für 3,5 Millionen Bundesbürger zählt das Fahrvergnügen auf zwei Rädern zu den schönsten Erlebnissen überhaupt. Seit einigen Jahren stagniert die Zahl der Motorradtoten. Doch jeder Crash ist einer zuviel. Das baden-württembergische Innenministerium untersucht deshalb die Ursachen von Motorradunfällen. Die Ergebnisse der Studie sollen die Präventionsarbeit nachhaltig verbessern.

Legendär. Heulende Motoren und quitschende Reifen, dafür ist die alljährlich stattfindende ADAC-Ostalbrally bekannt. Wenn rund 200 Fahrer aufs Gaspedal treten und das Material bis an die Belastungsgrenze treiben, steigt die Stimmung am Streckenrand. Das größte Motorsportereignis Ostwürttembergs zieht nicht nur Amateurfahrer aus ganz Süddeutschland an. Auch Rallyteams aus dem gesamten Bundesgebiet nehmen an der legendären Fahrt im Kochertal teil.

Abstimmung ist gefragt. Wer den wilden Ritt über Asphalt und Pistenwegen heil überstehen will, braucht mehr als nur ein fahrerisches Geschick. Ein Co-Pilot, der den Streckenverlauf kennt und während der Fahrt Anweisungen für die einzelnen Fahrmanöver gibt, entscheidet ebenso über den Rennerfolg wie die Fahrzeugtechnik. Der Abstimmung zwischen Mensch und Maschine, aber auch die Kommunikation zwischen Fahrer und Co-Pilot kommt deshalb eine zentrale Bedeutung zu.

Tempo machen. Aufwendige Repaturen haben im Rennverlauf keinen Platz. Wer den umkämpften Pokal nach Hause tragen und Punkte für den Klassenaufstieg sammeln will, muss Tempo machen. Verbogene Kotflügel, abgerissene Stoßstangen und platte Reifen prägen daher das Bild und den Charakter der Ostalbrally.

Kühlen Kopf bewahren. Nicht für jeden endet der Flug über hohe Kuppen glücklich. Wenn der Wagen aus der Balance gerät, zu schleudern beginnt und die Anspannung im Cockpit den absoluten Höhepunkt erreicht, gilt es einen kühlen Kopf zu bewahren. Ansonsten endet das Rennen schnell mit einem unfreiwilligen Ausflug ins Grüne.

Mut ist gefragt. Ein großes Herz und viel Mut gehören bei den Bergauf- und -abfahrten, die die Ostalbrally für die Fahrer bereithält, dazu. Anders sind die Vollgas-Abschnitte im Rennverlauf nicht mit einer guten Zeit zu absolvieren. Die Spitzenteams mit ihren 300 PS-Motoren erreichen auf diesen Strecken im höchsten Gang mit Leichtigkeit ein Tempo von 190 Stundenkilometern.

So schlecht wie noch nie. Die deutschen Landwirte beurteilen ihre aktuelle wirtschaftliche Situation einer Umfrage zufolge so schlecht wie noch nie. Wie der Deutsche Bauernverband (DBV) in Berlin berichtete, habe sich der Index des entsprechenden Konjunkturbarometers im Zeitraum September/Oktober auf minus 0,2 Punkte verringert. Das Stimmungsbild über die aktuelle wirtschaftliche Lage der Landwirtschaft habe sich seit etwa einem Jahr kontinuierlich verschlechtert. Die Milchbauern schätzten ihre aktuelle Lage besonders düster ein. Dennoch glauben einer Verbands-Umfrage zufolge viele Agrarwirte an eine Verbesserung ihrer Lage mit Blick auf die kommenden drei Jahre.

Knechte, Mägde und tapfere Ritter. Alljährlich wird in Horb am Neckar die Geschichte zum Leben erweckt. 65.000 Zuschauer aus aller Herren Länder geben sich ein Stelldichein, wenn wackere Mannen sich hoch zu Ross im Zweikampf messen und auf dem größten Mittelaltermarkt Europas Mägde, Knechte und Hofdamen die Gassen der historischen Stadt bevölkern.

Feste Regeln. Kampfspiele hat es zu allen Zeiten gegeben. Die ersten Ritter allerdings maßen sich im 11. Jahrhundert im Zwei- und Mannschaftskampf. Von Nordfrankreich breitete sich das Turnierwesen rasch in ganz Europa aus und gelangte schließlich auch nach Deutschland. Das Spectaculum folgte festen Regularien und trug dazu bei das Ansehen und Prestige der Recken in der höfischen Gesellschaft zu mehren.

Scharfe Waffen. Gekämpft wurde im Mittealter mit scharfen wie auch stumpfen Waffen. Erst im späten Mittelalter des 14. und 15. Jahrhunderts wurden Lanzen abgestumpft und Schwerter durch Stöcke ersetzt mit denen sich die Ritter in einem famosen Schauspiel duellierten. Neben seiner repräsentativen Funktion dienten Turniere auch dazu die mittelalterlichen Panzerreiter auf bevorstehende Schlachten vorzubereiten.

Ritterlicher Hochleistungssport. Von Kindesbeinen an, bereiteten sich die Knaben in der höfischen Gesellschaft auf ihr späteres Leben als Ritter vor. Jagen, Reiten, Klettern, Faust- und Waffenkampf machten neben höfischem Benimm und Französischunterricht den größten Teil der Jahre währenden Ausbildung aus. Immerhin galt es die über Stunden andauernden Schlachten unter der rund 30 Kilogramm schweren Rüstung durchzustehen. Körperlicher Fitness wurde daher bereits im Mittelalter eine hohe Bedeutung beigemesssen.

Bedeutungsverlust. Ende des 15. Jahrhunderts verlor mit den Panzerreitern auch das Turnierwesen an Bedeutung. Die Erfindung des Schießpulvers, das Aufkommen der Armbrüste, die Einführung der Söldnerheere und das Auftreten der Landsknechte beraubte die Ritter jeder weiteren Funktion.

Werte und Traditionen. Obwohl das mittelalterliche Turnierwesen ein jähes Ende fand, überdauerten die Werte und Traditionen hinter dem Schauspiel die Zeit. Bis ins 18. Jahrhundert hinein wurden die Turniere in abgewandelter Form fortgeführt.

Zurück zur Natur. Ursprünglich wurde der Kanadier von den nordamerikanischen Indianern zur Fortbewegung in dicht bewaldeten und unwegsamen Gebieten verwendet. Später nutzten Voyageure die Boote für den Pelzhandel, um große Strecken mit viel Gepäck zu überwinden. Nichtsdestotrotz erfreut sich das Kanu auch heute noch bei all jenen größter Beliebtheit die die heimische Natur einmal jenseits gepflasteter Straßen und Wege entdecken wollen.

Härtetest. Beim Kanufahren ist Einsatz gefragt. Auf die leichte Schulter sollte keine Tour genommen werden. Beim Wanderfahren kann es zu Überlastungserscheinungen kommen und sollte das Boot einmal kentern, sind - je nach Gewässerverhältnissen - Prellungen nicht auszuschließen.

Mit vereinten Kräften. Wer nicht nass werden will ist bei den Kanuten falsch aufgehoben. Denn dort wo das Boot auf Grund läuft muss das Kanu mit vereinten Kräften über die Flachstellen gehoben werden. Bei waschechten Kanuten hebt das nicht nur die Stimmung, sondern auch den Teamgeist.

Kampfgeist. Vor allem für Paddel-Neulinge ist der Bewegungsablauf ungewohnt. Mancheiner entdeckt auf einer Fahrt Muskeln, die wie blinde Passagiere jahrelang auf der faulen Haut lagen. Spätestens jetzt ist kämpfen angesagt. Doch der Blick auf Stockenten, Biber, Fische und Vögel wiegt die vermeintlichen Strapazen mit dem Naturerlebnis der besonderen Art allemal auf.

Chancen schaffen. Change-Prozesse stellen auch das Gastgewerbe vor Herausforderungen. Was heute den Gast noch als Zusatznutzen begeistern kann, wird morgen schon als Grundnutzen und Standard vorausgesetzt. Pfiffige Ideen, um Zukunftschancen für den eigenen Betrieb zu schaffen, sind deshalb gefragt.

Informationen nutzen. Wer innovativ sein und dem Kunden stetig einen Zusatznutzen bieten will, sollte sich regelmäßig über Leistungsangebot, Marktpreise, Ausstattungsmerkmale oder Marketingmethoden der Mitbewerber informieren. Denn wer neue Wege gehen will, der findet im Benchmarking wertvolle Anregungen für das eigene Konzept.

Analysieren und optimieren. Wer den Konzeptwandel erfolgreich meistern will, sollte sich Gedanken machen. Konzeptplanung und -entwicklung, Standort-, Markt- und Betriebsanalysen sind unumgänglich. Nur so können vorhandene Ressourcen lokalisiert, Fehlerquellen beseitigt sowie betriebliche Abläufe und Prozesse unter Wirtschaftlichkeits- und Rentabilitätsgesichtspunkten optimiert werden.

Ganzheitliche Betrachtung. Soll ein Konzept verändert werden, gilt es nicht allein auf tradierte Schwerpunkte zu setzen. Mit 20 Prozent der Produkte werden zwar 80 Prozent des Umsatzes verdient, die restlichen 80 Prozent dürfen deshalb aber nicht fehlen.

Kontinuität. Wessen Konzept sich bewährt, der sollte sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Konzeptveränderungen sind ein kontinuierlicher Prozess, der auch von der Selbstkritik lebt, die ein wichtiges Qualitätsmanagement darstellt.

Tragende Rolle. In Alltagsleben und Religion spielte Wein seit jeher eine bedeutende Rolle. Die ersten aus Trauben vergorenen alkoholischen Säfte wurden bereits vor 8.000 Jahren in Persien und Mesopotamien getrunken. Bis heute erfreut sich das mit zunehmendem Können bereitete und im natürlichen Gärungsprozess entstehende Getränk einer ungebrochenen Beliebtheit.

Mythologie. Schon im alten Ägypten wurde dem Weinbau eine wachsende Bedeutung beigemessen. Osiris, Dionysos, Bacchus und Gilgamesch repräsentierten in der antiken Mythologie den Wein und seinen Genuss. Wegen seiner berauschenden Wirkung, war der prozenthaltige Rebsaft stets wichtiger Bestandteil ritueller Praktiken in zahlreichen Kulturen. Und nicht selten war die Herstellung des Weines von religiösen Normen bestimmt, ebenso wie er Mittelpunkt verschiedenster Feste stande, die zu seinen Ehren abgehalten wurden.

Ohne Schweiß kein Preis. Zwischen Mitte und Ende September beginnt die Weinlese, die bis Ende November dauern kann. Der Arbeitsaufwand ist hoch. Die Trauben werden von Hand geerntet. Jede einzelne Traube wird nach Reife und Qualität begutachtet, bevor sie vom Rebstock getrennt wird. Ein mühseliges Unterfangen.

Rot oder weiß. Unmittelbar nach der Lese werden die Trauben gemaischt und in Abhängigkeit von der Weinart nach kurzer Standzeit sofort abgepresst, also hellgekeltert, oder durch Gärung oder Erwärmung rotgekeltert. Der entstandene Most wird dann in Tanks gelagert. Unter Sauerstoffabschluss wird dann der Traubensaft vergärt.

Hefe und Zucker. Die Gärung ist ein natürlicher Prozess. Auf den Schalen der Trauben befindet sich Weinhefe. Kommen deren Pilze mit Fruchtzucker in Berührung, vermehren sie sich rapid und verwandeln den Zucker in Kohlenstoffdioxid und Alkohol. Bei diesem Vorgang entweicht die Kohlenstoffdioxid durch das Spundloch im Fass. Aus dem Most entsteht der Blitzler und aus ihm der Federweiße, der sich großer Beliebtheit erfreut.

Auf Kurs. Tag für Tag sind die Beamten der Wasserschutzpolizei mit ihrem Schnellboot unterwegs. Fischwilderei, Alkohol-, Geschwindigkeits- und Gefahrgutkontrollen, Abfallstraftaten und Gewässerverunreinigungen fallen in ihre Zuständigkeit. Frachter, Tanker, Fahrgastschiffe, Sportboote und Angler zählen zur Kundschaft der Ordnungshüter die für Sicherheit und Umweltschutz auf den Wasserstraßen sorgen.

Geprüft. Den Beamten der Wasserschutzpolizei entgeht nichts. Jedes Binnenschiff dem die Beamten auf ihrer Streiffahrt begegnen wird überprüft. Ölbuch, Schiffspatent, Ladung, Bilge, Beiboot, Rettungsringe oder -westen nehmen die Ordnungshüter bei ihren Kontrollen in Augenschein. Nur so kann die Sicherheit auf den Schiffen und im Rahmen des Umweltschutzes dauerhaft gewährleistet werden.

Glitter und Glamour. Schrill und bunt stellte der Christopher-Street-Day (CSD) 2008 am 26. Juli Stuttgart auf den Kopf. Polizeiangaben zufolge ließen sich rund 165.000 Zuschauer von Technomusik, nackten Männeroberkörpern und jeder Menge Glitter und Glamour begeistern.

Toleranz. Unter dem Motto "Ich glaube..." warb die diesjährige Straßenparade von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen für ein gleichberechtigtes Miteinander. Rund 2000 CSD-Aktivisten demonstrierten dafür, als ein natürlicher Teil der Gesellschaft akzeptiert zu werden. Damit warfen sie einmal mehr die Frage auf: "Ist Ignoranz angebracht?"

Glaube. Unter dem Motto "Ich glaube..." verwiesen die Veranstalter auf eine grundsätzliche Haltung gegenüber den Werten und Zielen denen das demokratische Zusammenleben in Deutschland folgt. Dazu zählt auch der Glaube an die Freiheit und Gleichheit jedes Individuums. Damit reicht der Glaube über Gott und Kirche hinaus. Vielmehr erhält der Glaubensbegriff beim CSD 2008 eine umfassendere Bedeutung, die auf freie Meinungsäußerung, eine tolerante Gesellschaft, eine faire Gesetzgebung, an freie Sexualität oder ein weltoffenes Stuttgart verweist.

Bunter Protest. Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle protestierten mit ihrer bunten Parade im Herzen Stuttgarts gegen Mißstände in Politik, Alltag und Arbeitsleben. Wie schon im vergangenen Jahr wurde der diesjährige CSD erneut von einer Gegendemonstration des Stuttgarter Priorats Sankt Athanasius begleitet. Seine Vertreter beteten Rosenkränze für die Aktivisten. Wie eine direkte Antwort wirkte da ein Plakat mit der Aufschrift: "Wir glauben an den Gott, der an uns glaubt."

Fortschritt. 39 Jahre nach den Aufständen in der New Yorker Christopher Street haben Homo-, Bi- und Transsexuelle viel erreicht. Doch am Ende ihres Kampfes für Toleranz und Akzeptanz sind sie damit noch lange nicht angelangt. Obwohl Baden-Württembergs Sozialministerin Monika Stolz (CDU) auf Grund des diesjährigen CSD-Slogans ihr Grußwort verweigerte, zelebrierten Tausende im Herzen der Schwabenmetropole ihren Lebensstil.

Paradiesvögel. "Die Emanzipation kommt voran wie eine Schnecke auf Glatteis", sagte Willy Brandt einmal. Gleiches gilt für die Rechte Homo-, Trans- und Bisexueller, die mit bunten Kostümen in den Straßen und Gassen der baden-württembergischen Landeshauptstadt Denkanstöße für mehr Mut zur Vielfalt statt zur Einfalt gaben.

Solidarität. CSD-Schirmherrin Gabriele Zimmer (Die Linke), rief in ihrer Rede zum solidarischen Umgang im Miteinander auf. Die Europaabgeordnete betonte, dass die Diskriminierung Homosexueller sehr unterschiedlich in der Öffentlichkeit reflektiert werde. In der Bundesrepublik würde nur knapp ein Drittel der Bevölkerung die Diskriminierung von Lesben, Schwulen und Transsexuellen als Problem wahrnehmen. Um ein gleichberechtigtes Miteinander, eine tolerante und offene Gesellschaft zu erreichen, die es jedem ermöglicht ein selbstbestimmtes Leben in Würde zu führen, brauche es die breite Unterstützung von vielen. "Dazu sind Aufklärung und Information notwendig", so die Politikerin.

Warme Worte. Während die Landesregierung auf Grund des CSD-Mottos "Ich glaube..." nicht grüßt, hat Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster die Botschaft verstanden und griff die Forderung nach mehr Akzeptanz in seiner Rede auf. Bundeskanzlerin Angela Merkel hingegen schickte den selben Absagetext wie bereits im vergangenen Jahr.

Massen bewegen. Mit schrägen Kostümen, in Lack und Leder, mit imposantem Schuhwerk und deutlichen Worten auf Transparenten machten die die 50 Gruppen, die am Stuttgarter CSD teilnahmen auf die Brisanz des Themas Homosexualität aufmerksam. Erneut zog die Straßenparade Jung wie Alt in ihren Bann.

Farbe bekennen. Nicht allein Lesben, Schwule, Trans- und Bisexuelle fanden den Weg zum CSD. Unzählige Passanten folgten der Parade der etwa 2000 Aktivisten, die mit dem Motto "Ich glaube..." auch auf den Gegenprotest der katholischen Sankt Athanasius-Gemeindemitglieder reagierte.

Gefragt. Ob Altpapier oder Stahlschrott - Abfall aller Art ist weltweit Rohstoff. Die Wiederverwertung schont nicht nur Natur und Umwelt, sondern ist auch lukrativ. Jedes Jahr erwirtschaften die rund 4.500 deutschen Spezialisten für Abfallsammlung, Stofftrennung, Müllaufbereitung und Redycling einen Umsatz von 50 Milliarden Euro. Damit sind die Deutschen weltweit führend. Und die Sekundärrohstoffe sind vor allem in Schwellenländern wie Indien, China oder dem Nahen Osten gefragt.

Spitzenpreise. Kostete eine Tonne Flachstahl zu Jahresbeginn noch weniger als 500 Euro, waren es im April bereits 600 Euro. Für Lieferungen ab Juli verlangen die Stahlhersteller bereits 720 Euro. Viele Abnehmer können solche Preissprünge nicht mehr abfedern. Der drastische Anstieg der Stahlpreise und das Preisdiktat der Konzerne bedrohen damit eine Kernbranche des industriellen Mittelstands.

Unter Druck. Bereits vor vier Jahren hatte eine kräftige Verteuerung der Stahlpreise für Aufruhr gesorgt. Damals sah sich jedes sechste Unternehmen der Branche in akuter Existenznot. Doch im Unterschied zu 2004 können die Firmen die höheren Preise bei ihren Abnehmern heute nicht durchsetzen. Zudem begleichen viele Kunden ihre Rechnungen erst nach Monaten. Das belastet die Liquidität der Stahlverarbeiter. Dadurch geraten die seit Jahresanfang ohnehin schrumpfenden Margen noch mehr unter Druck.

Freier Fall. Bevor es hinauf in luftige Höhen geht, steht für Soldaten die Fallschirmsprungausbildung auf dem Boden an. Dabei wird der Absprung, das Verhalten am geöffneten Schirm während der Sinkphase, der Landefall und das Verhalten in Notsituationen geübt. Erst nach der Landefallprüfung wird ein Soldat zum freien Fall aus dem Flugzeug zugelassen. Um das Fallschirmspringerabzeichen zu erhalten, sind fünf Sprünge nötig. Davon je einer bei Nacht und mit 25 Kilogramm Gepäck. Darüber hinaus gehören zur Truppengattung der Fallschirmjäger auch Sonderlehrgänge unter verschiedensten klimatischen und einsatznahen Bedingungen.

Pfade finden. Ein Orientierungsmarsch soll Soldaten in die Lage versetzen in einer vorgegebenen Zeit in unbekanntem Gelände den Weg zu einem bestimmten Sammelpunkt so rasch als möglich zu finden. Dabei sollen die Kameraden lernen sich im Gelände zurechtzufinden und nur mit einer Wegskizze oder einem Kartenausschnitt und mit einem Kompass bestimmte Geländepunkte zu erreichen.

Grenzräume. Ausdauer, Beweglichkeit, Kraft und Schnelligkeit sind Eigenschaften, die jeder Soldat trainieren muss. Bei regelmäßigen Trainings in Kletterparcours und auf Hindernisbahnen, sollen die Männer ihre Leistungsfähigkeit steigern. Ob bei Nacht oder im Regen, in ABC-Schutzkleidung oder mit einem verwundeten Kameraden auf dem Rücken, die Mitglieder der kämpfenden Truppe müssen an die Grenzen ihres physischen und psychischen Leistungsvolumens gehen.

Durchhalten. Die Sturmbahn gehört zu jeder Kaserne. Beim Sprint über Steigbahn, Balancierbalken, Eskaladierwand, Spanische Reiter und Schützengräben ist Kondition gefragt. Mit Gepäck und Waffe absolvieren die Soldaten bei straffen Zeitlimits den Hindernisparcours einzeln und in Gruppen.

Zusammenhalt. Vor allem beim Gruppensturm über 45 Grad steile Hänge und beim Überwinden von Schachtwänden müssen Soldaten im Verbund mit anderen als Team funktionieren. So können sie im Ernstfall eine höhere Effizienz erzielen und anderen aus der Gruppe gezielt mit eingeübten Handgriffen und Verfahren helfen.

Abgekämpft. Nach Orientierungsmärschen, Hängepartien im Klettergarten, Sprüngen in Schächte, Lauftraining mit kiloschwerem Gepäck auf dem Rücken und dem ein oder anderen Sturz haben sich die Kameraden am Ende des Tages eine Verschnaufpause verdient.

Flotte Brummer. Bienen sind fleißige Helfer des Menschen. Rund 80 Prozent der heimischen Pflanzen sind auf Fremdbestäubung angewiesen. Den kleinen Brummern kommt dabei eine herausragende Bedeutung zu. Die Insekten sorgen für Honig und das Wachstum von Früchten. Zwar sind die Winzlinge nicht vom Aussterben bedroht, doch es gibt immer weniger von ihnen. Daher kommt der Aufzucht der emsigen Stachelträger eine wichtige Bedeutung zu. Überlebten früher etwa fünf Prozent der Bienen den Winterschlaf nicht, sind es heute zwischen 10 bis 15 Prozent. Die unter Imkern gefürchtete Varroa-Milbe setzt den Völkern zu. Bereits im September beginnen die Züchter deshalb die Bienenstöcke für die kalte Jahreszeit zu präparieren, um die Verluste unter den Brummern so gering als möglich zu halten.

Süsser Stoff. Dreimal muss ein ganzes Bienenvolk den Erdball umrunden um zirka 500 Gramm Honig zu erzeugen. Täglich machen sich Kundschafterinnen, so genannte Scout-Bienen, auf, um Pflanzen zu finden die in voller Blüte stehen. Die Flugkoordinaten übermitteln sie mit Rund- und Schwänzeltänzen den Sammelbienen, die sich auf den Weg zur Tracht machen. Den süßen Stoff, aus dem die Träume der Imker sind, nehmen sie dabei mit ihrem Rüssel von den Blüten auf. Anschließend transportieren sie den Siebröhrensaft in ihrer stecknadelkopfgroßen Honigblase zum Bienenstock. Dort werden die Waben mit ihm angefüllt.

Antibiotisch. Zwischen 30.000 und 60.000 Bienen beherbergt ein Bienenstock. Sobald die Sammelerinnen von ihren Flügen zurückkehren, wird der Nektar in Waben gepackt und dort im Verlauf mehrerer Tage etwa sieben Mal umgeschichtet. Indem sie mit ihren Flügeln die Waben befächeln oder als geschlossene Kugel um sie herum wandern, schaffen die kleinen Brummer zwischen Innen- und Außenwelt einen Temperaturausgleich. Auf diese Art herrschen im Stock konstant 38 Grad Celsius und damit optimale Bedingungen für den Reifungsprozess des Honigs. Ist der süsse Stoff reif für die Ernte, verschließen ihn die Bienen mit Kittwachs. Das wirkt antibiotisch und hemmt das Wachstum von Hefen und Bakterien.

Rauch und Feuer. Will ein Imker Honig ernten, muss er die Bienen im den Stock nach unten drängen. Allen Allgemeinplätzen zum Trotz besänftigt der Rauch im Smoker die winzigen Vegetarier nicht. Im Gegenteil, sie werden noch aktiver. Mit Holzspänen und Feuer simulieren Imker einen Brand. Jetzt gilt es für die Bienen zu retten, was noch zu retten ist. Eilig stecken sie die Köpfe in die Waben und füllen ihre Honigblasen, ehe sie den Stock angesichts der Gefahr verlassen. Die winzigen Brummer sind abgelenkt. Der Imker kann sich in Ruhe an den Waben zu schaffen machen und Verluste durch Stiche unter dem Bienenvolk gering halten.

Zukunft hautnah. Noch Ende 2008 sollen die vorbereitenden Bauarbeiten für "Stuttgart 21" beginnen. Was die einen als Leuchtturmprojekt des Landes Baden-Württemberg bejubeln, lässt andere die Stirn besorgt in Falten legen. Kritiker sehen durch das Großprojekt den ländlichen Raum aufs Abstellgleis gedrängt. Investitionsmittel und planerisches Personal sind aus ihrer Sicht für lange Jahre in der schwäbischen Landeshauptstadt gebunden. "Damit gehen dem ländlichen Raum wertvolle Entwicklungschancen verloren", so Winfried Kretschmann, Fraktionssprecher der baden-württembergischen Grünen im Landtag, gegenüber unserer Agentur. Auf dem Erlebnisrundgang "Stuttgart 21", der von der Stadt Stuttgart seit März diesen Jahres angeboten wird, schlagen dagegen andere Töne an. Für Sprecher von Stadt und Bahn eröffnet das Milliardenprojekt wirtschaftliche und soziale Chancen. Was die Zukunft mit "Stuttgart 21" bringt, davon sollen sich Besucher des Rundgangs hautnah selbst überzeugen.

PS im Wald. Der Einsatz von Rückepferden minimiert Schäden im Ökosystem Wald. Dort wo Vollernter oder Rückeschlepper 20 bis 80 Zentimeter tiefe Fahrspuren hinterlassen, braucht die Natur rund 80 Jahre um sich von dem Eingriff zu erholen. Da wo sich im Forst alle 20 Meter eine 4,50 Meter breite Rückegasse ihren Weg durch die Vegetation schneidet, kann der Wald seine ökologischen Funktionen nicht mehr vollständig erfüllen. Bodenverdichtung, abnehmende Luft- und Wasserleitfähigkeit sowie ein drastisch eingeschränkter Gasaustausch setzen Bäumen wie Kleinstorganismen zu. Über Jahrzehnte hinweg ist das Feinwurzelwerk auch nachwachsender Baumgenerationen rings um die Rückegassen gestört. Die Folge: Der nächste Sturm knickt Fichten, Buchen, Eichen und andere Waldbäume wie Streichölzer um.

Sanfter Riese. Rückepferde sind Pferde, die in der Forstwirtschaft zum Transport im Wald gefällter und entasteter Bäume eingesetzt werden. Experten sprechen vom so genannten Holzrücken, bei dem vorwiegend schwere Kaltblutrassen zum Einsatz kommen. Mit einem Gewicht von 800 bis 1000 Kilogramm und ausgestattet mit einem sanften Gemüt sind diese Pferde besonders für die Arbeit im Wald geeignet. Dabei können die Tiere das bis zu 1,5-fache ihres eigenen Körpergewichts ziehen. In einer Arbeitsstunde rücken die stattlichen Vierbeiner so bis zu 12 Festmeter Holz.

Einer für einen. Bürgerschaftliches Engagement hat Konjunktur. Rund 42 Prozent der in Baden-Württemberg lebenden Menschen haben sich dem ehrenamtlichen Dienst zum Wohle des Gemeinwesens verschrieben. So viele wie in keinem anderen Bundesland. Für sie eröffnet das freiwillige Engagement Möglichkeiten der Weiterbildung und berufllichen Qualifizierung. Das Ehrenamt muss deshalb dem gesamtgesellschaftlichen Wandel folgen und Perspektiven bieten. Nur so kann es für eine Vielzahl von Bürgern auch in Zukunft attraktiv bleiben.

Stressempfinden. Die Angst vor dem Abeitsplatzverlust, eine mangelnde Planbarkeit von Arbeitszeiten, ein schlechtes Betriebsklima oder häufige Überstunden machen Mitarbeitern zu schaffen. Diese Entwicklung wird, laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, durch einen beschleunigt verlaufenden globalen Wandel in der Arbeitswelt forciert und drückt sich in erhöhtem Leistungs- und Konkurrenzdruck, der Forderung nach Flexibilität, Mobilität, ständiger Erreichbarkeit und längerer Arbeitszeit aus. So ergab eine Untersuchung des wissenschaftlichen Instituts der AOK unter 32 000 Arbeitnehmern im Jahr 2005, dass sich etwa ein Drittel der Beschäftigten durch Hektik, Zeitdruck, erhöhtes Arbeitstempo und großen Arbeitsmengen stark belastet fühlt. Faktoren der Stressminderung kommt deshalb eine immer höhere Bedeutung zu.

Im grünen Bereich. Was der Mounty in Kanada oder der Ranger in Amerika ist, das zeichnet in Deutschland den hauptamtlichen Naturschutzwart aus. Bundesweit zählt der Bundesverband Naturwacht rund 550 dieser Profis in Wald und Flur. Mit ihrem Wissen und ihrer Tatkraft stutzen die deutschen Ranger nicht nur Hecken, sondern sorgen dafür, dass die Natur intakt bleibt und Wanderer wie Sportler die bestehende Flora und Faune genießen und verstehen können.

Kunstwelten. Unter dem Titel "Ausflug in die Sinnlichkeit" präsentiert der renommierte Künstler Stefan Szczesny am Stuttgarter Flughafen seine Stahlskulpturen. Die rund drei Meter hohen und mehrere hundert Kilogramm schweren Kunstwerke sind zwischen dem 22. Februar und dem 20. Mai am schwäbischen Landesflughafen zu bewundern.

Mitten im Leben. Trotz ihres stattlichen Gewichts und ihrer Größe ist die Begegnung mit Szczesny's Figuren geprägt von der Leichtigkeit des Seins. Seine Kunst findet sich mitten im Leben wieder, ist Teil der Szenerie, die sich am Landesflughafen bietet. Angesiedelt zwischen Licht und Schatten, laden die Figuren des Bildhauers Fluggäste zu künstlerischen Streifzügen durch Lebenslust und Vielfalt ein.

Bewegung. Stefan Szczesny's scherenschnittartige Schattenskulpturen lenken die Aufmerksamkeit der Betrachter schon bei ihrer Ankunft auf sich. Im Zusammenspiel von Flughafenarchitektur und Kunstwerk erschließen sich dem interessierten Publikum Blickachsen und Ansichten, die sonst verborgen bleiben. Im abwechslungsreichen Ambiente des Kommen und Gehens bilden die überlebensgroßen Skulpturen den Dreh- und Angelpunkt einer Reise über Moment und Gegenwartsperspektive hinaus.

Schöne Welt. Szczesny's Kunst ist durchdrungen von der Atmosphäre, den Farben und Formen, aber auch der Natur seines jeweiligen Aufenthaltsortes. Geprägt von der sinnlichen Inspiration des in München geborenen Bildhauers sind seine Skulpturen, abseits von Hektik, in geistig und körperlicher Entspannung entstanden. Die Arbeiten des 57-Jährigen sind damit diesseitige Glücksbilder, die erfüllt von der Sinnlichkeit und Schönheit der Schöpfung, den Betrachter in ein irdisches Paradies entführen.

Ernstfall proben. Einsatzgrundsätze müssen einstudiert werden und das immer wieder. Im Ernstfall, wenn der donnernde Klang eines Mündungsfeuers ertönt, Granaten detonieren und sich der Feind in Häusern oder im freien Gelände verschanzt, müssen die praktischen Erfahrungen bei der Zusammenarbeit zwischen den Kameraden der Bundeswehr reibungslos funktionieren.

Stellung halten. Unter dem Schutz des Deckungsfeuers wechseln die Soldaten beim Feindkontakt von einer Übergangsstelle zur nächsten. Langsam und mit gewisserhafter Umsicht arbeiten sie sich an den Gegner heran. Doch auch wenn ein Gefecht gewonnen und der Übergang von einer Stellung zur nächsten gelungen ist, hat der Kampf noch lange kein Ende gefunden.

Lokalisiert. Der Feind ist ausgemacht. Hinter Fenstern hat er sich in den Häusern einer Ortschaft verschanzt. Das Mündungsfeuer verrät seine Stellung. Im ohrenbetäubenden Widerhall des Munitionshagels, setzen die Kameraden zum Gegenangriff an. Während der erste Zug den Feind in Schach hält, bringt sich der zweite in Sturmausgangsstellung. Unter dem Feuerschutz des ersten Zuges, wird er ins Gebäude eindringen.

Geduld üben. Nervenaufreibend ist der Einsatz mit Leib und Leben allemal. Dennoch gilt es Ruhe und den Überblick zu bewahren. Versteckt im Wald, warten die Kameraden auf das Zeichen zum Sturm. Dann brechen sie aus dem Unterholz hervor und bahnen sich Schritt für Schritt ihren Weg durch die besetzte Stadt.

In Reih und Glied. Spannung liegt in der Luft, doch das weitere Vorgehen muss abgestimmt werden, denn der Einsatz vor allem in Ortschaften und unübersichtlichem Gelände ist gefährlich. Soldaten wie Kommandanten müssen viel Übersicht beweisen sowie schnell und entschieden handeln.

Verdiente Pause. Mit Feldbesteck, das schon die Kameraden während des Zweiten Weltkrieges verwendeten, nehmen die Soldaten ihre Mahlzeit ein. Eine kurze Verschnaufpause, bis es weitergeht mit dem Kampf in unübersichtlichem Gelände.

Närrische Zeiten. Bereits die Römer waren dem närrischen Treiben zugetan. Während des so genannten Saturnalienfestes wurden geltende Standesunterschiede aus den Angeln gehoben. Die Herren bedienten die Sklaven, die Menschen machten sich gegenseitig Geschenke und die Leibeigenen konnten so manche Kritik anbringen, die sie sonst um Kopf und Kragen gebracht hätte. Doch so richtig wird der Fasching oder Karneval erst seit dem Mittelalter zelebriert. Landauf und - ab halten seither alljährlich, pünktlich zum Beginn der fünften Jahreszeit, die Narren das kommunale Zepter in der Hand.
Schiefe Töne. Die Guggenmusik ist mit der Fasnacht fest verbunden. Ihren Urpsrung findet sie in der Zentralschweiz und dem Süden Deutschlands. Mit der kunstvoll "falsch" gespielte Blasmusik vertrieben die Menschen bereits im 16. Jahrhundert die Wintergeister. Bewaffnet mit Rasseln, Blecheimern, Trommeln, Kuhglocken und Pfeifen zog die stadt- und landsässige Bevölkerung aus, um mit schrecklich schrägen Tönen Dämonen das Fürchten zu Lehren.
Faschingszauber. Bunt ging es schon im Mittelalter bei den Faschingsumzügen her. Schrille Farben, alte Lumpen und Stofffetzen dienten den Narren im 13. Jahrhundert als Verkleidung. Nur so konnten die Wintergeister ausgetrieben werden.
Süsse Gaben. Der Faschingsdienstag setzt dem närrischen Treiben ein Ende. Ab Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Wie der rheinische Karneval hat auch die schwäbisch-alemannische Fasnacht ihren Ursprung in Festen die dazu dienten verderbliche Lebensmittel vor Beginn des großen Fastens aufzubrauchen. Auf diese Tradition verweisen noch heute die kalorienhaltigen Backwaren die für die Faschingszeit typisch sind, aber auch die süssen Gaben die während der Umzüge verteilt werden.
Bunte Mischung. Die Umzüge der schwäbisch-alemannischen Fasnacht sind eine Mischung aus heidnischer Tradition und närrischer Freude. Ganz allmählich bildete sich im Verlauf der Geschichte ein immer klareres Figurenrepertoire heraus, dessen Grundtypen sich über weite geographische Räume hinweg sehr ähnelten.
Großer Andrang. Rund 500 000 Besucher fanden am Faschingsdienstag den Weg in die baden-württembergische Landeshauptstadt. Neben traditionell schwäbisch-alemanischem Brauchtum begeisterten auch rheinländische Karnevalselemente das Publikum beim Stuttgarter Straßenfasching.
Lautstark. Vorbei am baden-württembergischen Landtag bahnte sich der Faschingtross seinen Weg durch die Stuttgarter Innenstadt. Entlang der Umzugsstrecke sorgten die Närrinnen und Narren in ihren farbenfrohen Kostümen, mit Trommeln und Waschbrettern für Stimmung und Vergnügen.
Getrotzt. Nach dem Motto "Karamelleregen bringt Fasnetssegen", ließen sich die Hästräger in Stuttgart den Faschingsdienstag vom Regenwetter nicht verderben. Rund 3000 Teilnehmer zählte das Spektakel mit dem die fünfte Jahreszeit ihr Ende fand.

Neue Möglichkeiten. Durch die Pflegereform soll es neue Möglichkeiten zur Betreuung und Versorgung Demenzkranker geben. Fragen zur Finanzierung sind für Vertreter der Kommunalverbände und Träger von Heimen noch offen. Fest steht, dass mit der Verabschiedung des Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes im Sommer 2008 die Nachfrage in ambulanten Einrichtungen steigen wird, denn bis zum Jahr 2040 werden Prognosen der Deutsche Alzheimer Gesellschaft zufolge zwei Millionen Menschen im Bundesgebiet dement sein. Aktuell beläuft sich ihre Zahl auf eine Million.

Nachbesserung. Eine Neufassung des vor allem somatisch ausgeprägten Pflegebedürftigkeitsbegriffs ist aus Expertensicht notwendig. Ohne sie ist es schwierig dementiell Erkrankte in eine der drei Pflegestufen einzuordnen. Bis Ende 2008 will die Regierungskoalition hier Ergebnisse vorlegen. In der Reform erkennen Experten eine Qualitätssteigerung. Künftig werden ambulante Pflegedienste ein Fallmanagement entwickeln und entsprechende Leistungsangebote machen müssen, die eine auf den Einzelfall zugeschnittene Versorgung Demenzkranker ermöglicht.

Protest. Am Landesflughafen Baden-Württemberg scheiden sich die Geister. Die Pläne für eine zweite Startbahn am Stuttgarter Airport stoßen bei den Bewohnern der Region auf breite Ablehnung. Bundesweit ist der baden-württembergische Landesflughafen der einzige unter den großen Verkehrsflughäfen, der über nur eine Start- und Landebahn verfügt. Deshalb stößt er an die Grenzen seiner Kapazität, wie die Geschäftsführung in der Vergangenheit mehrfach mitteilte.
1200 Ausbaugegner machten mit einem Fackelzug am 15. Dezember ihrem Unmut gegenüber den aktuellen Erweiterungsplänen Luft. In einer Kundgebung erinnerten die Protestanten daran, dass Landesregierung und Landtag 1979 beschlossen hatten, dass es für den Flughafen keine zweite Startbahn geben werde. Dieser Beschluss ist laut der Schutzgemeinschaft Filder, die sich seit Jahren gegen eine Erweiterung ausspricht, nie zurückgenommen worden.

Abgase und Lärm. Für die Bewohner der Region Fildern stellt sich die Frage, ob Politik oder Wirtschaft im Tauziehen um die Flughafenerweiterung das Sagen hat. Das Aktionsbündnis Filder forderte einen Rückgang der Starts und Landungen um 26 Prozent als Konsequenz aus einem Lärmgutachten sowie ein striktes Nachtflugverbot von 22 Uhr bis 7 Uhr. Nur so könne die Lebensqualität für die Menschen in unmittelbarer Nähe des Stuttgart Airport erhalten werden.

Gefährdete Existenz. Die sogenannte Nordvariante der zweiten Startbahn am baden-württembergischen Landesflughafen in Stuttgart, kostet bei ihrer Umsetzung zahlreiche Bauern ihren Ackerboden. Schon in den 1990er Jahren mussten die Landwirte auf den Fildern ihre Agrarflächen der Startbahnverlängerung opfern. Ein weiterer Landraub folgte zugunsten des Messebaus. Eine zusätzliche Startbahn bringt die Filderbauern erneut um ertragreiche Flächen für den Gemüseanbau und viele Saisonarbeiter zur Erntezeit um einen Arbeitsplatz. Bauernverbände sprechen einhellig von "Existenzvernichtung".

Enttäuscht. Die Bewohner der Gemeinden rings um den Stuttgarter Flughafen sind enttäuscht. Für sie stellt sich die Frage wer im Lande die Entscheidungen trifft: Die gewählten Volksvertreter im baden-württembergischen Landesparlament oder die Wirtschaft. 2007 erreichte der Landesairport mit 10 Millionen Fluggästen einen neuen Rekord. Aus Sicht von Flughafen-Chef Georg Fundel glänzende Zahlen. Ein Ende der Steigerung ist nicht abzusehen. Experten gehen davon aus, dass bis 2020 rund fünf Millionen Flugbewegungen am Himmel über Deutschland jährlich gezählt werden können. Prognosen, die in der weiteren Folge auch den Landesflughafen betreffen und damit die Zukunft der umliegenden Gemeinden und ihrer Einwohner.

Alarm schlagen. Der Aktivismus gegen die Flughafenerweiterungen in der Filderregion hat eine lange Geschichte. In den 1990er Jahren machten die Schutzgemeinschaften gegen die Verlängerung der Startbahn mobil, danach folgte der Kampf gegen den Bau der Messe, jetzt ist es die Verhinderung einer zweiten Startbahn, die die Menschen lautstark auf die Straßen treibt.

Hoffnungsschimmer. Trotz vieler Niederlagen marschieren die Menschen in der Filderregion noch immer aus Protest gegen die Flughafenpläne auf. In einem rund 500 Meter langen Fackelzug in Sichtweite zum Rollfeld machten die 1200 Demonstranten auf sich und ihre Botschaft aufmerksam.

Feuer in der Nacht. Für die Menschen auf der Filderebene geht der Kampf gegen die Ausbaupläne weiter. Mit der Erweiterung um eine zweite Start- und Landebahn, der sogenannten Norderweiterung, geht auch eine Westerweiterung, die ein Aufstocken der Parkpositionen für Flugzeuge nach sich zieht, einher. Das Aktionsbündnis Filder, eine Bürgerinitiative von Anwohnern und Institutionen wie dem BUND, wird auch künftig die Flughafenpläne kritisch verfolgen. Eine Lockerung des Nachtflugverbotes, statt um 6 Uhr sollen Flüge schon ab 5 Uhr genehmigt werden, kommt für sie nicht in Frage, ebensowenig wie eine zweite Startbahn.

Allzeit bereit. So lautet das Motto der Bergwacht an 52 Wochenende im Jahr. In den 1920er Jahren als Naturschutzorganisation ins Leben gerufen, hat sich über die Jahrzehnte hinweg das Aufgabenspektrum der ehrenamtlichen Rettungsmannschaften stetig erweitert. Ausflügler, Wanderer und Sportler erhalten heute wertvolle und lebenserhaltende Hilfe von den Einsatzkräften.

Helfer in der Not. Drei Jahre lang bereiten sich die Einsatzkräfte der Bergwacht auf das Aufgabenspektrum vor, das ihr Ehrenamt für sie bereithält. Zu ihm zählt nicht allein die Winter-, sondern auch die Sommerrettung. Ob auf schnellen Kufen mit Skiern und Rettungsschlitten oder mit Seil und Haken an steilsten Felswänden, jeder Handgriff muss sitzen. Ein kleiner Fehler könnte fatale Folgen haben.

Leben retten. Jeder Einsatzhelfer durchläuft eine Sanitätsausbildung, denn auch mit modernsten Fortbewegungsmitteln wie Helikoptern verstreicht oft viel Zeit, bis ein Arzt am Umfallort eintrifft. Umso größer ist die Bedeutung, die der medizinischen Hilfe durch die Bergwacht zukommt. Aus diesem Grund zählen neben der klassischen Notfallversorgung der Umgang mit Erfrierungen, Unterkühlungen, die Herz-Lungen-Wiederbelegung oder die Infusionsvorbereitung zu den Versorgungsleistungen der Bergwacht.

Gleichberechtigung. Im europäischen Jahr der Chancengleichheit widmet sich das baden-württembergische Wirtschaftsministerium erneut der beruflichen Situation von Frauen. In rund 90 Städten drehte sich drei Tage lang alles um die Frage, wie Frauen der Spagat zwischen Familie und Beruf erleichtert und der Zugang in Führungspositionen nachhaltiger unterstützt werden kann. Für das Wirtschaftsland im Südwesten der Bundesrepublik, in Zeiten des demografischen Wandels und angesichts einer steigenden Lebenserwartung, eine wichtige Aufgabe. Schließlich gilt es durch die Förderung und Nutzung weiblicher Bildungskompetenzen, die Zukunft des baden-württembergischen Wirtschaftsstandorts zu sichern.

Adel verpflichtet. "Doch wozu", fragte die Journalistin und Filmemacherin Susanne Offenbach im Suttgarter Haus der Geschichte, den Erben einer der ältesten und bedeutendsten schwäbischen Hochadelsfamilien. Karl Friedrich Erbprinz von Hohenzollern sieht sich gesellschafts-, kultur-, bildungs- und wirtschaftspolitisch dem Erbe seiner Vorfahren verpflichtet. Das Familienunternehmen besteht mit dem Eisenwerk in Sigmaringen-Lauchtertal seit 300 Jahren. Das verpflichtet in besonderer Weise, nicht allein aus Gründen der Tradition, sondern auch wegen der sozialen Verantwortung die die Adelsfamilie, als weltweit operierender Teileproduzent in der Luftfahrt- und Automobilindustrie, für ihre Belegschaft trägt.

Abgewiesen. Ein Bürgerentscheid über Stuttgart 21, kommt dem Oberbürgermeister und dem Stadtrat der baden-württembergischen Landesmetropole nicht in die Tüte. Das Milliardenprojekt ist beschlossene Sache, daran läßt weder das Verwaltungsoberhaupt noch die gewählte Bürgervertretung im Stuttgarter Rathaus einen Zweifel aufkommen. Mit der Unterschrift unter die Finanzvereinbarung will das Stadtoberhaupt nun auch nicht länger warten, trotz des Unmutes in der Bevölkerung.

Alter Glanz. Fasziniert hat das Automobil die Menschen seit seiner Erfindung. Soziologisch betrachtet wuchs der Mensch als Mängelwesen mit der Erfindung der knatternden Kisten über sich hinaus. Fortan konnte er große Räume überwinden und das in immer kürzerer Zeit. Heute öffnet das traditionsreiche Blech das Fenster in eine andere Ära und nimmt den Betrachter mit auf eine Reise in die Vergangenheit.

Emotionsgeladen. Wie kaum eine andere technische Erfindung repräsentiert das Automobil den Zusammenhang von Kultur- und Wirtschaftsgeschichte. Die Verschmelzung von Mensch und vierräderiger Maschine war der erste Schritt zur Globalisierung.

Erfolgsgeschichte. 1817 erfand Karl Drais eine Laufmaschine, die als Vorläufer des heutigen Feuerstuhls gilt. Nachdem Dampfmotorräder in Frankreich und den Vereinigten Staaten die Runde machten, ging 1894 das Benzinmotorrad in Serie. Als Moped waren die motorisierten Zweiräder lange das Fortbewegungsmittel der Arbeiterklasse die dann in den 1950er Jahren das Auto für sich entdeckte. Erst in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts erlangte das Motorradfahren wieder eine Renaissance.

Festgeschichte. In Zeiten politischer Wirren und wirtschaftlicher Schwäche legt König Wilhelm I. mit der Gründung der "Zentralstelle des landwirtschaftlichen Vereins" 1817 den Grundstein für das Cannstatter Volksfest. Das einstmals agrarwirtschaftliche Fest, das in seinen Anfängen mit Pferderennen und Preisverleihungen für herausragende Zuchterfolge aufwartete, sollte in Verbindung mit einem Volksfest die nach den napoleonischen Kriegen schwer angeschlagene Wirtschaft Württembergs beleben. Am 28. September 1818 zelebrierten die Schwaben vor der idyllischen Kulisse der nahegelegenen Weingärten das erste Volksfest. Seit 189 Jahren zieht die größte Feierlichkeit im schwäbischen Jahresverlauf Besucher an die Gestade der Neckarauen, in Stuttgart-Bad Cannstadt.

Tanzen bis zum Abwinken. Beim 162. Cannstatter Volksfest lässt es der sonst mit großen Emotionen eher knauserige Schwabe nicht beim Schunkeln bewenden. Unter dem Dach der Festbierzelte bebt der Boden, wenn die Musik erklingt und hunderte Besucher auf Tischen und Bänken zu tanzen beginnen.

Durchgefallen. Die Rad-Weltmeisterschaft in Stuttgart droht zu einer juristischen Schlammschlacht zu verkommen, nachdem die Ausrichter-Stadt gegen den WM-Start der italienischen Spitzenfahrer Paolo Bettini und Danilo di Luca klagt. Während das ZDF seine Drohung, Straßenradrennen nicht mehr zu übertragen, nicht wahr machte, blieben in der schwäbischen Landeshauptstadt die Besuchermassen entlang der Rennstrecke aus.

Viel Wirbel. Ende August trat der BDR-Vizepräsident Dieter Kühnle zurück, weil die Mehrheit des Verbandes, allen voran Rudolf Scharping, Doping-Sünder Erik Zabel für die Rad-Weltmeisterschaft nominierte. Mitte September gab dann die eben erst gegründete Anti-Doping-Kommission des Verbandes ihre Arbeit wieder auf. Als Gründe wurden die Arbeit von BDR-Präsident Scharping genannt und die ungesicherte Finanzierung der Kommission. Viel Ungemach vor einem so wichtigen Sportereignis.

Rauchverbot mit Ausnahmen. Deutschlands Regierungschefs haben ein Herz für Raucher. In kleinen Kneipen und abgeschlossenen Nebenräumen darf weiterhin gequalmt werden. Vorausgesetzt, dass das jeweilige Bundesland solch eine Option zuläßt. Ein erneuter Flickenteppich an Regelungen.

Heilige Zeit. Der Fastenmonat Ramadan gilt als die heiligste Zeit im muslimischen Jahresverlauf. Für Mohammedaner ist mit dem gemeinschaftlichen, dreißig Tage währenden Fasten die besondere Hingabe an Allah, Disziplin und Gewissenhaftigkeit im Glauben verbunden.

Innere Einkehr. Seit 624, dem zweiten Jahr der Auswanderung Mohammeds von Mekka nach Medina, ist Muslimen das Fasten während des Ramadan im Koran vorgeschrieben. Seinen Höhepunkt erreicht der Fastenmonat mit der Lailat al-Qadr, der Nacht der Bestimmung. In ihr wurde Mohammed der erste Koranvers offenbart. Das Fasten erinnert Muslime daran, wie es Armen und Bedürftigen geht. Während des Ramadan müssen sie sich laut Koran in Barmherzigkeit üben und ihre Handlungen und Äußerungen sehr genau bedenken.

Verbundenheit. Nur bei der Hadsch, der Pilgerfahrt nach Mekka, fühlen sich Muslime weltweit noch stärker miteinander verbunden als während des Ramadan. Im neunten Monat des muslimischen Mondkalenders genießen Mohammedaner mehr als sonst die Gesellschaft der Familie, von Freunden und Bekannten nach einem Tag ohne Essen und Trinken.

Abenteuer auf vier Rädern. Nicht jeder sucht Sportlichkeit auf asphaltierten Straßen. Abseits des grauen Fahrbahnbelags treffen Sport und Abenteuer aufeinander, um eine mit Adrenalin geladene Verbindung einzugehen.

Schlammschlacht. Konzentration, Kraft und Geschicklichkeit sind bei der Fahrt durch Morast und Wasserloch gefragt. Bei rasanten Fahrten entlang der Geländestrecke überwinden Fahrer nicht allein Hemmungen und Hindernisse, sondern treiben das Gerät bis ans Limit von Physik und Technik.

Sauber bleiben. Benzin liegt in der Luft und verliert sich allmählich - getragen von einer leichten Brise - über dem Rennplatz. Beim wilden Ritt über holpriges Terrain müssen Fahrerinnen und Fahrer hart im Nehmen sein. Festhalten ist angesagt, wenn die Piolten bei unsanften Landungen im Inneren der fliegenden Kisten umhergeworfen. Eine Schlammdusche ist bei furiosen Fahrten querfeldein inbegriffen.

Fliegen und fallen. Schrägfahrten und Verschränkungen machen die Fahrt durchs Schlammloch zum spektakulären Ereignis. Eine Herausforderung für große Kinder.

Festgefahren. Pferdestärken sind das eine, Dabeisein das andere. Beim unsanften Ritt durch wassergetränkten Untergrund zählt allein der Spaßfaktor. Wer liegen bleibt, dem ist die Hilfe der anderen Teilnehmer gewiss.

Anschub. Mit vereinten Kräften wird das Quad aus seiner morastigen Umklammerung befreit. Dort wo selbst die zupackenden Hände der Rennkollegen nicht weiterhelfen, kommen Traktor und Abschleppseil zum Einsatz.

Männerspielplatz. Rangeleien im Schlamm heben die Stimmung, vor allem beim Publikum.

Fliegendes Blech. Leicht und schnell müssen sie sein, die Blechkisten. Geländewanderungen der anderen Art begeistern mit spektakulären Sprüngen, beim Erklimmen steiler Pfade.

Krachen lassen. Gas geben und erfahren was Offroad im wahrsten Sinne des Wortes heißt. Was bleibt sind beeindruckende Bilder, spannende Momente und das Gefühl beim Kampf in knietiefen Wasserlöchern der Held für einen Tag zu sein.

Tot gefahren. Lachen trotz Materialverschleiß. Wassereinbruch wie Fahrwerksstöße fordern ihren Tribut. Qualmende Motoren, krachende Stoßdämpfer und gebrochene Achsen prägen den Spielplatz abseits befestigter Wege.

Gezeichnet. Jedes Rennen hinterlässt seine Spuren. Nicht nur an Kraft und Material, sondern auch auf Kleidung und Haut.

Bunter Kessel. Unter dem Motto "Teil des Ganzen" kämpften Lesben und Schwule im Herzen Stuttgarts beim diesjährigen Christopher Street Day dafür als ein natürlicher Teil der Gesellschaft anerkannt zu werden. Die bunte Parade zog Tausende in die baden-württembergische Landeshauptstadt, die wegen ihrer Topographie auch als 'Kessel' bezeichnet wird. Und der kochte am CSD-Wochenende vor Begeisterung sprichwörtlich über.

Bewußtsein schaffen. Heinrich Böll sagte einmal: "Das Fiktive dient zur Verdeutlichung des Exemplarischen." Auf dem CSD in Stuttgart wurden die Worte des deutschen Schriftstellers aufs Neue mit Leben gefüllt. Was in den Straßen und Gassen der Schwabenmetropole in fantasievolle Kostüme gehüllt begeisterten Anklang fand stößt im täglichen Leben nicht immer auf Akzeptanz.

Heißes Pflaster. Bunt, laut und schrill sorgt der CSD im sonst so konservativen Stuttgart für frischen Wind. Ob in Lack oder in Leder, mit beeindruckendem Schuhwerk oder farbenprächtiger Kostümierung, Hingucker gibt es beim fantasievollen Spektakel allemal.

Respekt. Die Parade für Akzeptanz und Toleranz für Homo-, Trans- und Bisexuelle zählte rund 2.000 Teilnehmer und mehr als 170.000 Besucher. Damit ist der Stuttgarter CSD der größte in Süddeutschland, wie die Veranstalter mitteilen. Eine Gegendemonstration der Priesterbruderschaft Sankt Pius X. begleitete den aus 50 Formationen bestehenden Zug. Mit Gebeten versuchten sie die Teilnehmer von ihrem verkehrten Verhalten zu überzeugen.

Geboren aus zivilem Ungehorsam. New York gilt als die Wiege des CSD. 1969 taten im Stadtteil Manhattan Homosexuelle ihrem Unmut gegenüber den schikanösen Razzien der Polizei in Schwulenkneipen kund. Als es am 22. Juni erneut zu einer Aktion der Ordnungshüter in dem Szenelokal "Stonewall Inn" kam, setzten sich die Schwulen erstmals zur Wehr. Die tagelang währenden Unruhen zogen immer mehr Homosexuelle in die Christopher Street. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht vom erfolgreichen Widerstand im Mutterland der Demokratie. Seither gilt der 29. Juni als Geburtsdatum des CSD. Zehn Jahre später kommt es auch in Deutschland zu den ersten Paraden im Zeichen des Regenbogens.

Flagge zeigen. Auch wenn Ministerpräsident Günter Oettinger (CDU) keine Grußworte aussprach, zelebrierten Homo-, Trans- und Bisexuelle ihren Lebensstil.

Lücken füllen. Im "Europäischen Jahr der Chancengleichheit" sind Schwule, Lesben, Transvestiten und Bisexuelle noch lange nicht am Ziel angekommen. Trotz Fortschritten, angefangen bei der Straffreiheit homosexueller Handlungen, dem Streichen der Homosexualität von der Krankheitsliste der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem Lebenspartnerschaftsgesetz und dem Gleichbehandlungsgesetzt, geht der Kampf um vollständige Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen weiter.

Ausnahmezustand. Beim Tübinger Protest gegen Rechts marschierten hunderte Beamte der Bundespolizei und baden-württembergischen Landespolizei am Samstag, 21. Juli 2007, auf. Rund 10.000 Menschen machten in der schwäbischen Universitätsstadt mobil gegen die Demonstration der NPD-Nachwuchsorganisation 'Junge Nationaldemokraten' (JN), die mit etwa 100 Personen angereist war.

Einbunkern. Vor dem Verwaltungsgericht in Sigmaringen hatte das rechtsextreme Nachwuchskader gegen das Demonstrationsverbot der Stadt Tübingen erfolgreich geklagt. Ein Pyrussieg. Die Hunderschaften der Polizei gaben der JN kaum Gelegenheit sich der Presse und der Tübinger Öffentlichkeit zu präsentieren. Eingekesselt von unzähligen Uniformierten marschierten die Vermumten auf einer abgeriegelten Straße von 100 Metern Länge für sich allein.

Tauchstation. Was ist das für eine Gesinnung, von der sich sogar ihre eigenen Anhänger distanzieren?

Gesichtslos. Ein Protest der sich versteckt unter Kapuzen, Mützen und verborgen hinter dunklen Sonnenbrillen in der Kontur seiner Erscheinung verliert. Unter vorgehaltener Hand tritt die Ausdruckslosigkeit des rechten Spektrums offen zutage. Ein uniformes Gerippe dem es ohne Gesicht an Inhalten und Bezugspunkten fehlt.

Erstickt. Eingebunkert im Hauptbahnhof der Universitätsstadt Tübingen verhallen die Worte der rechtsextremistischen Kundgebung ungehört.

Kein Platz für Rechtsverkehr. Das ist die einhellige Meinung in der Studentenstadt am Neckar. Grünen-Politiker und Oberbürgermeister Boris Palmer erteilte dem rechten Aufmarsch eine klare Absage und warb unter den Gegendemonstranten für einen friedfertigen Protest.

Und Tschüss. "Der kleine Nazi möchte von seiner Mutter abgeholt werden! Der kleine Nazi - BITTE!" - Parolen der antifaschistischen Gegenbewegung brachten das Motto der Stadt Tübingen "Vielfalt statt Einfalt" unmißverständlich auf den Punkt.

Zwischen den Fronten. Bis auf einige Rangeleien und den ein oder anderen Eierregen verlief der Protest in Tübingen aus Sicht der Ordnungshüter entspannt.
Graue Aussichten. Sterben die Deutschen tatsächlich aus? Derartige Prognosen basieren auf konstanten Entwicklungen und sind damit Kaffeesatzleserei. Seit rund 100 Jahren sind die Geburtenraten rückläufig. Doch interessanterweise haben Experten nun festgestellt, dass sich in Zeiten wachsender Lebenserwartung der Geburtenrückgang beginnt abzuschwächen. In Europa weisen zehn Länder noch gringere Geburtenraten auf als die Bundesrepublik.

Kühe haben es in sich. Und zwar sprichwörtlich. Mit einem Anteil von rund 20 Prozent sind die Wiederkäuer am weltweiten Methan-Gesamt-Aufkommen beteiligt. Das entspricht einem Umwelteffekt von vier Prozent am Gesamt-Schadstoff-Ausstoß. Dem aktuellen Klimaschutzbericht zufolge zählen Rinder damit zu den bedeutsamsten Klimakillern. Forscher haben jetzt entdeckt, wie der Schadstoff-Ausstoß bei den Tieren reduziert werden kann.
Subjektives Sicherheitsempfinden. Nach dem tragischen Übergriff auf die beiden Ordnungshüter in Heilbronn fragen die Bürgerinnen und Bürger im Land nach ihrer eigenen Sicherheit. "Wenn so mit Polizisten umgegangen wird, wie gehen Täter in Zukunft dann mit uns um", so die vielgestellte Frage.
Kriminalstatistik 2006. Die Zahl der Straftaten im Bundesgebiet ist weiter rückläufig. Doch auch eine hohe Aufklärungsquote von 55,4 Prozent kann nicht darüber hinweg sehen lassen, dass das Gewaltpotential bei den Rechtsbrechern deutschlandweit zugenommen hat.
Wüste auf den Äckern. Im April gab es in ganz Deutschland extrem wenig, mancherorts sogar überhaupt keinen Regen. Gerade einmal 4 Liter pro Quadratmeter wurden registriert, das sind lediglich 7 Prozent des Klimanormalwertes. Auf den Agrarflächen geraten die Pflanzen deshalb unter Hitzestress. Gerste und Weizen bleiben deutlich in ihrem Wachstum zurück und ein Teil der Samen ist beim Mais noch nicht einmal aufgegangen. Den Landwirten im Land bleibt nur das Hoffen auf den wachstumsfördernden Landregen.
Frühjahrshitze mit Folgen. Gerade einmal 50 Zentimeter hoch steht der Weizen auf den Feldern. Anfang Mai sollten es eigentlich fast 80 Zentimeter sein. Noch ist für die Landwirte nichts verloren. Doch Spitzenernten wird es trotz Regen in diesem Jahr nicht mehr geben.
Preisspirale. Der Gegensatz zwischen Nachfrage- und Angebotssituation bei Getreide wird sich, wie schon 2006, auch in diesem Jahr weiter verschärfen. Verbraucher können sich bei Agrarprodukten auf steigende Preise einstellen.
Handeln bevor das Klima kollabiert. Deutschlands führender Klima-Experte Professor Wolfgang Seiler, vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung in Garmisch-Partenkirchen, präsentiert alarmierende Ergebnisse zum Wandel des Klimas. Tropische Hitze, Gewitterstürme, sintflutartige Überschwemmungen und schneelose Wintertage eröffnen schon jetzt wie sich das Klima in Zukunft weiter verändern wird. "Und die Auswirkungen sind erheblich schlimmer als wir erwartet haben", erklärt der Fachmann, mit Blick nicht allein auf die ökologischen und ökonomischen Folgen, sondern auch die sozialen.
Zecken haben es in sich. Mit rund 30 verschiedenen Testverfahren kommen Mediziner den kleinen Krankheitsüberträgern auf die Schliche. Denn viele Patienten nehmen keine Notiz vom heimlichen Stich der Spinnentiere.
Marschieren für den Frieden. Unter dem Motto "Bundeswehr raus aus Afghanistan! Auslandseinsätze beenden" versammelten sich Hunderte von Kriegsgegnern im baden-württembergischen Calw. Jener Stadt in der das Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr seinen Standort hat.
Militäreinsätze lösen keine Probleme. Bei der Osterkundgebung des Friedensnetzwerkes in Calw traten Kriegsgegner für eine friedliche Gesellschaft und globale Gerechtigkeit statt militärischer Vorherrschaft ein. Anstelle von Präventivkriegen und die Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten, verlangten sie eine Respektierung des Völkerrechts.
Lieder für den Frieden. Takt für Takt traten die Demonstranten begleitet von jenen Klängen die von einem demokratischen, sozial gerechten und ökologischen Europa des Friedens künden vor den Toren der Graf-Zeppelin-Kaserne in Calw auf.
"Gebt den Kindern das Kommando, denn die Zukunft liegt in Kinderhänden". Bei der Osterkundgebung in Calw wurden die Worte des Liedermachers Herbert Grönemeyer einmal mehr mit Leben gefüllt. Die politische Verantwortung für Kriegstreibereien reicht über die Gegenwart hinaus. Statt steigender Rüstungsausgaben forderten Friedensaktivisten Investitionen u.a. in Kinderbetreuung und Bildung.
Gemeinsam gegen den Krieg. Nur gemeinsam kann eine Lösung für einen gerechten Frieden in Nahost, im Atomstreit mit dem Iran und bei der weltweiten Abschaffung aller Atomwaffen gefunden werden. Dafür stritten beim Calwer Ostermarsch Friedenorganisationen aus ganz Baden-Württemberg.

Mehr als nur Gäste. Rund 3,3 Millionen Muslime leben in Deutschland und ein Großteil sieht im Kulturpluralismus einen Weg zur wechselseitigen Annäherung.
Verfassungsfeindlich und menschenverachtend: Nationalimus und Rassismus sind die Wurzeln rechtsextremistischer Ideologie. Ende 2005 waren rund 183 rechtsradikale Organisationen im Bundesgebiet aktiv.
Kampf gegen das Inferno. Einsatz am Leistungslimit von Mensch und Material. Binnen Minuten müssen Feuerwehrleute das Flammenmeer unter Kontrolle und gelöscht haben.
Sörwiss mit niveauvollem Charme und warmherzigem Humor. Wenn Helmut Bachschuster und Matthias Knodel von 'Knoba Sörwiss' Gastronomie zur Aufführung bringen gerät ein Restaurant-Besuch nicht allein zur Gaumenfreude, sondern zum virtuosen Genuss für die Sinne.
Abenteuer Esslandschaft. 'Knoba Sörwiss' nimmt seine Gäste mit auf Reisen. Jenseits des Tellerandes entfaltet sich zwischen Tischreihen und kulinarischen Köstlichkeiten subtil die Kultur in der Esslandschaft.
Da bleibt kein Auge trocken, wenn das Tübinger Tandem des feinsinnigen Humors quer durch Europa bunte Pantomime auf den Esstisch bringt. Ob in London, Cannes oder dem schönen Schwaben - 'Knoba Sörwiss' beweist, dass stumme Parodie die Menschen jenseits der gesprochenen Sprache zusammenbringt.
"Piktogramme - Die Einsamkeit der Zeichen" heißt die Ausstellung von Matt Mullican die Einblicke in die Welt des zeitgenössischen Symbolismus gewährt. Ob Ampelmännchen oder Richtungspfeil, auf Schritt und Tritt begleitet uns jene Zeichensprache die am Stuttgarter Flughafen und im Kunstmuseum der schwäbischen Landesmetropole zur Aufführung kommt.
Schon zu Beginn des 20igsten Jahrhunderts arbeiteten Künstler an einer universellen Zeichensprache, einer verbindlichen Orientierung in der immer komplexer werdenden Alltagswelt.
Ein ganzer Kosmos aus Logos und Symbolen entführt am Stuttgarter Flughafen und dem Kunstmuseum Stuttgart Betrachter in die Vieldeutigkeit des Alltags bei der Begegnung mit seinen Zeichen.
Unterwegs im nostalgischen Gefährt ohne Schauspielkollegin Ulrike Folkerts: Tatort-Darsteller Andreas Hoppe.
Jenseits von Stuttgart-City befindet sich in einer alten Tübinger Lagerhalle - dem Depot - das Zentrum der House- und Drum'n'Bass-Liebhaber. Doch damit ist es nun aus und vorbei. Denn wie vielerorts wird auch die Unistadt am Neckar ärmer.
In den vergangenen zehn Jahren mauserte sich das gesamte Depot-Areal zu einer von unten gewachsenen avantgardistischen (Sub-)Kultur im guten Tübinger Stil. Und das nicht allein für die Jugend in der Unistadt.
Relikte aus einer scheinbar vergangenen Zeit in Tübingens Südstadt. Als Teil der schwarzen Hip-Hop Kultur aus Breakdance, Rap und Electric Boogie entstand Anfang der 1970er Jahre die Graffiti in New York. Von Brooklyn, der Bronx und Harlem, fand sie 1983 den Weg nach Deutschland. MIt Beats von Jazz, Funk über Techno bis House wird seit 1995 dem bunten Publikum in Tübingens Eisenbahn- und Industrieviertel allerhand Rythmus vom Feinsten geboten.
Karge Diskotheken-Atmosphäre bei krasser Beleuchtung unterstreicht die Beats. Und genau das kommt seit 1995 beim Publikum an. Dort wo im Depot einst Produktpaletten den Raum vereinnahmten und Laster in Ketten an die Laderampen fuhren, wird mit einer Leidenschaft getanzt die ihresgleichen sucht.