Straßenbilder. Herzlichkeit wohin der Besucher kommt. Überall in der Türkei, selbst in den großen Städten, sind Lebensfreude und Gastfreundschaft  allgegenwärtig. Ein Lachen, ein fester Händedruck, eine innige Umarmung begleitet vom Kuss auf die Wange oder die Einladung zum Tee gewährt lebendigen Einblick in die türkische Volksseele.

Flitzeflott und blitzeblank. Vom Schuhe putzen allein kann Mustafa seine Familie nicht ernähren. Für ihn, wie für viele andere in der Stadt am Bosporus, ist es eine Tätigkeit die zumindest zusätzliches Geld in die Haushaltskasse bringt.

Schöne Aussichten. Sehnsuchtsvoll erzählen Istanbuls Fischer vom Leben im maritimen Nadelöhr zwischen Europa und Asien. So entbehrungsreich ihr Alltag auch ist, vom Meer kommen sie nicht mehr los. Junge Männer träumen von der Arbeit auf einem der Stahlriesen, die im Bosporus vor Anker gehen bevor die große Fahrt hinaus in die Weltmeere beginnt.

Glaubenssätze. Die Geschichte der Armenier in der Türkei reicht zurück bis ins sechste Jahrhundert. Mit ihnen zählen auch Griechen und Juden zu jenen Minderheiten, die in der Türkei ihren Glauben praktizieren. Auch mehr als 90 Jahre nach Gründung der türkischen Republik unter Kemal Atatürk, fühlen sie sich ausgegrenzt.

Unter Beschuss. In der Türkei leben Frauen eingeschlossen im Spannungsbogen zwischen Tradition und Moderne. Zwangsehen und Ehrenmorde sind noch immer Realität im Land zwischen Orient und Okzident. Diese Frau lehnte sich gegen ihren Schwager auf, der ihre Schwester misshandelte. Sie bezahlte dafür fast mit dem Leben. Die Narben an ihrem Bein zeugen von den Schüssen die er auf sie abfeuerte.

Textile Transparente. In Istanbul, der Stadt mit den unzähligen Gesichtern, erzählt selbst die Wäsche eine Geschichte. Wer keinen Balkon besitzt spannt eine Leine über die Straße oder entlang der Hausmauer. An ihr wird die Wäsche zum trocknen aufgehängt.

Fast Food der türkischen Art. Überall in den Straßen der türkischen Millionen-Metropole Istanbul verkaufen Straßenhändler gegrillten und gekochten Mais. In großen Bottichen werden die gelben Kolben gegart und anschließend auf einem kleinen Holzkohlegrill erhitzt. Nicht nur für kleine Leute eine billige Möglichkeit rasch den Hunger zu stillen. Auch Geschäftsleute machen von dem schnellen Essen Gebrauch.

Orientalisches Ambiente. Angesiedelt zwischen Tradition und Moderne ziehen sich pittoresk die Teehäuser auf der Istiklal Caddesi - Istanbuls Prachtmeile - dahin. Tee ist für Türken das wichtigste Anregungsmittel. In konzentrierter Form ziehen seine Blätter in einem kleinen Kännchen, das auf einer größeren Kanne mit kochendem Wasser steht. Das Konzentrat wird in filigrane Gläschen abgefüllt und je nach Wunsch mit mehr oder weniger Wasser verdünnt serviert. Beim Ausschank in den traditionellen Teestuben prägen Männergespräche das Geschehen an der Nahtstelle zwischen Asien und Europa.

Spielerkultur. Backgammon ist nicht allein ein Zeitvertreib, sondern Teil gesellschaftlicher Begegnungen. Damit sind die türkischen Teehäuser mehr als Orte der Einkehr, sie sind Orte des Zusammenlebens. Diese Plätze befinden sich zumeist auf dem Markt- oder Dorfplatz unter alten Bäumen, auf einem Hügel mit Blick auf ein Tal oder das Meer, am Hafen, am Straßenrand, von wo aus das Tagesgeschehen überblickt werden kann.

Lebensader. Der Bosporus ist Istanbuls Lebensader. Nicht allein wegen der Vielzahl der dort lebenden Fischarten, Muscheln und Krustentieren, die in den Restaurants am Goldenen Horn angeboten werden. Den Fluss, der Europa und Kleinasien miteinander verbindet, befahren mehr Schiffe als den Panama- oder Suez-Kanal. Der Bosperus ist eine der bedeutesten Wasserstraßen. Durch ihn werden weite Teile Russlands und Europas an das Mittelmeer und andere Weltmeere angeschlossen. Neben Agrargütern und Industrieprodukten macht auch das Erdöl einen hohen Anteil am Transportvolumen aus. Vom Tanker bis zum Fischerboot wird der Bosporus täglich kreuz und quer befahren.

Istanbuler Katzenleben. Bei frühsommerlichen Temperaturen verbringen türkische Straßentiger den Tag lieber im kühlen Schatten als Mäuse zu jagen.

Einzelkämpfer. Katzen müssen von klein auf lernen in den Straßen Istanbuls zu überleben. Stubentiger gibt es in der Millionenstadt kaum. So müssen sich die Mäusejäger nicht allein gegenüber ihren Artgenossen durchsetzen, sondern auch den Verkehr in der Millionenstadt bewältigen.  Nachts streifen die Tiere in den Gassen umher auf der Suche nach essbare Resten im Müll.

Gelebte Geschichte. Im Schmelztigel von Tradition und Moderne prägen auch archaisch anmutende Bilder die Erscheinung Istanbuls. Wie schon ihre Vorfahren drischt in einer abgelegenen Gasse Özlem Aslan mit einem Stock auf die Schafswolle die sie auf dem Asphalt ausgebreitet hat. Vier bis fünf Stunden schlägt die 50-Jährige zu, bis sich die Fasern vollständig verfilzt haben. Dann füllt sie Bettdecke und Kissen mit dem weichen Material, das im Sommer kühlt und in Winter wärmt.

Bewegte Geschichte. Istanbuls Tünel-Bahn ist die zweitälteste Untergrundbahn der Welt. Nur in London eilten die Menschen in Straßenzügen - über und unter der Stadt - früher von Ort zu Ort. Am 17. Januar 1875 wurde die von Eugene Henri Gavand konzipierte Untergrundbahn in Betrieb genommen. Der französische Ingenieur wollte die Finanz- und Handelzentren Istanbuls, Galata und Pera, infrastrukturell miteinander verbinden. Das für seine Zeit bahnbrechende Projekt stellte nach seinem Abschluss eine Alternative zu den Straßen Yüksek Kaldirim und Galip Dede dar, die bis dato die einzigen Wegverbindungen in die Entwicklungsmotoren der Metropole waren.

Eurasien. Der Bosporus, das Marmarameer und die Dardanellen trennen den europäischen vom asiatischen Teil der Türkei. An den Gestaden dieses Flussmeeres erwarten Paläste, Burgen, dorfähnliche Gemeinden und Parks den weit gereisten Besucher.

Muslimischer Andachtsraum. Istanbuls Sultan-Ahmet-Moschee ist weltweit eines der wenigen muslimischen Glaubenshäuser mit sechs Minaretten. Einzig die Hauptmoschee in Mekka zählt eines mehr. 1609 wurde sie von Sultan Ahmet I. in Auftrag gegeben und 1616, ein Jahr vor seinem Tod, fertiggestellt. Wegen ihres Reichtums an blau-weißen Fliesen im oberen Teil des Kuppeldachs, wird sie in Europa auch die Blaue Moschee genannt.

Orientalisch. Istanbuls Bazare machen die Millionenmetropole zu einem  Erlebnis aus tausend und einer Nacht. Schillernde Farben und Düfte orientalischer Gewürzmischungen eröffnen dem Besucher ein Panorama vielfältigster Sinneseindrücke und nehmen ihn mit auf eine Reise durch die türkische Küche.

Vielfältig. Die Fischkultur am Bosporus ist mannigfaltig. Mittelmeermakrelen, Krebse, Wolfsbarsche, Sardellen und Rochen sind nur ein Ausschnitt der Vielfalt an Fischarten mit denen das Flussmeer aufwartet. Im Lichterglanz an kontinentalen Ufern für Touristen ein kulinarischer Gaumenschmaus.